Bahnkonzept für das Pulkautal

Das Pulkautal ist eine im nördlichen Weinviertel, an der tschechischen Grenze gelegene Region, etwa 80 Kilometer nördlich von Wien. Bekannt ist das Gebiet vor allem durch seine langen Kellergassen und als Weinbauregion.
Infolge der jahrzehntelangen tote Grenze schritt die Entwicklung des Pulkautals deutlich langsamer als in den restlichen Teilen Österreichs voran. Abseits des Weinbaus gibt es kaum Arbeitsplätze in der abgelegenen Region, zudem weist sie das landesweit geringste Bruttoregionalprodukt auf und verliert immer mehr den Anschluss an das übrige Österreich.
In den letzten 60 Jahren hat sich die im Pulkautal lebende Bevölkerung beinahe halbiert, die Tendenz ist weiterhin fallend, da die Bevölkerung stark überaltert ist.
Um all diesen Trends entgegenzuwirken, wurde vorliegendes Konzept für den öffentlichen Verkehr entwickelt. Die durch die Region verlaufende Pulkautalbahn soll nach Einstellung des Personenverkehrs 1988 wieder reaktiviert werden und als Verbindung zu den für die Region wichtigen Städten Laa/Thaya und Retz am östlichen bzw. westlichen Ende der Bahntrasse dienen bzw. auch als Zubringer zu den jeweiligen Bahnhöfen und damit zu den Zügen Richtung Wien.
Da viele Pulkautaler jedoch keinen Umweg über die Bahnhöfe Retz bzw. Laa/Thaya in Kauf nehmen werden, ist ein neuer Umsteigeknoten zur Bahn nach Wien auf der Pulkautalbahn, konkret zwischen Alberndorf und Haugsdorf, zu errichten. Auf der später in die Nordwestbahn mündenden Regionalzugstrecke sollen Höchstgeschwindigkeiten von 160 km/h und somit Fahrzeiten vom Pulkautal nach Wien von bis zu 35 Minuten möglich sein.
Vorgestelltes Konzept soll mit den geringen Fahrzeiten nach Wien dazu dienen, Ansiedelung im Pulkautal zu bewirken. Langfristig soll dadurch dem Trend der vielen Betriebsschließungen entgegengewirkt werden, neue Arbeitsplätze sollen entstehen, die regionale Wertschöpfung soll wieder stärker ansteigen. Auch soll das Konzept die Notwendigkeit eines Autos für in der Region lebende Menschen obsolet machen, die starken Verkehrsströme zu den Bahnhöfen außerhalb der Region und der die Region belastende Schwerlastverkehr sollen auf die Schiene verlagert werden.

Zur kompletten Ausarbeitung: https://pulkautaltram.files.wordpress.com/2017/03/bahnkonzept_pulkautal_graf_public.pdf

 
18 Antworten
  1. Dolores Wally says:

    Guter Ansatz – gerade die Mobilität ist ein wichtiges Thema für die Lebensqualität einer Region – vielen Dank!

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    • Philipp Graf says:

      Freut mich, dass Sie das genauso sehen. Zwar wird die Umsetzung sicherlich eine denkbar schwierige Aufgabe, vor allem wegen der erforderlichen hohen Investitionen, jedoch werden diese notwendig sein, um das Weinviertel wieder an die anderen Regionen Österreichs heranzubringen.

      MfG Philipp Graf

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  2. Mag. Maria Elisabeth Mayrl says:

    Na endlich wird darüber nachgedacht ! Das ist ein wichtiger Schritt, um diesen landstrich wieder zu beleben !!!

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    • Philipp Graf says:

      Liebe Frau Mayrl, ich freue mich sehr über Ihren Zuspruch und Ihre Unterstützung. Die Bahnverbindung würde uns langfristig einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Leider wird eine Umsetzung im bahnskeptischen NÖ denkbar schwierig, aber ich werde definitiv dranbleiben.
      MfG Philipp Graf

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  3. Unbekannt says:

    Das wäre natürlich super… von laa weg kann nur nach Wien… hollabrunn od retz mit dem Auto 30 bzw 40 Minuten mit der Bahn 1 1/2 Stunden 😕

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    • Philipp Graf says:

      Ich finde generell, dass die Laaer Ostbahn in ihrer jetztigen Form quasi unbrauchbar ist. Die Strecke stammt aus Kaiserzeiten, und ist mit ihrer sinusförmigen Streckenführung heutzutage dem Auto so stark unterlegen. Man müsste definitiv darüber nachdenken, die Strecke zu begradigen bzw. wegen den vielen Steigungen gleich teilweise neu – mit Untertunnelungen – zu bauen. Bin heute mal wieder auf der Laaer Ostbahn gefahren und finde es sollten zusätzlich Verbindungen geschaffen werden, deren Züge nur in Laa, Mistelbach und Wolkersdorf bis Wien halten. Wir verlieren dort alleine schon durch die vielen Halte in wenig frequentierten Stationen sehr viel Zeit.

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    • Philipp Graf says:

      Lieber Herr Jaretz, vielleich können Sie noch etwas konkreter werden, wo genau das Konzept unausgegoren ist. Ich freue mich immer sehr über kritische Anmerkungen/FRagen bzw. Verbesserungsvorschläge. Ziel meiner Ausarbeitung war, nur einen oberflächlichen Vorschlag zu skizzieren. Im Endeffekt ist es dann eh mit 75 Seiten doch etwas umfangreicher geworden. Viele viele Details müssen selbsverständlich noch geklärt werden. Vielen Dank für Ihr Feedback!
      MfG Philipp Graf

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  4. Birgit Heidegger says:

    Bin froh, dass diese Idee jemand in Angriff nimmt.
    Es kann nicht sein, dass dieses Gebiet (vor allem an Wochenende – Stichwort Touristen!!) gänzlich OHNE öffentlichen Verkehr auskommen muss.
    Will man von Retz nach Laa in die Therme, muss man mit dem Zug nach Wien und von dort nach Laa.
    MEINE Unterstützung ist Ihnen sicher.

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    • Philipp Graf says:

      Liebe Frau Heidegger,
      gerade für den Tourismus wäre das schöne Pulkautal, speziell an Wochenenden natürlich ein sehr beliebtes Reiseziel. Leider mangelt es neben öffentlichem Verkehr immer mehr auch an Restaurants, die hier ja nach der Reihe zusperren. Gleiches gilt für Nahversorgung, kürzlich hat in meiner Heimatgemeinde Alberndorf der letzte Nahversorger geschlossen.
      Leider mangelt es, wie überall in ländlichen Gebieten, an Verbindungen wichtiger Städte, gerade wegen der Therme wäre mir daher die Direktverbindung Retz – Laa ein Anliegen.
      Vielen Dank jedenfalls für Ihre große Unterstützung und Ihren Zuspruch, das motiviert mich als Initiator sehr.
      MfG Philipp Graf

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  5. Harald Mader says:

    Super Idee … wird an diesem Projekt wirklich gearbeitet bzw. hat es eine Chance verwirklicht zu werden? Als Laaer (mit Tourismusbetrieb) wäre diese Idee vorallem touristisch hochinteressant!

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    • Philipp Graf says:

      Lieber Herr Mader,
      Ihre Unterstützung freut mich total und motiviert sehr. Gerade die Unterstützung von Betrieben in der Region ist mir sehr sehr wichtig – Sie leisten täglich Großes, indem Sie ein Unternehmen im wirtschaftlich schwachen Weinviertel profitabel führen.
      Ich persönlich bin der Initiator dieses Projektes, allerdings in keiner Position, in der ich auch nur irgendwie Druck bzw Macht ausüben könnte, das Projekt Richtung Realisierung zu bringen. Ich bin auf möglichst breites Interesse der Bevölkerung an der Umsetzung angewiesen, und natürlich auf Unterstützung der Parteien. Ob es eine Chance hat, im behnskeptischen NÖ verwirklicht zu werden weiß ich leider nicht, jedenfalls würde es einem Machtwechsel dafür bedingen. Eine Partei hat bereits Interesse gezeigt, soviel kann ich bereits verraten.
      Ich würde mich auch weiterhin sehr über Ihre Unterstützung freuen.
      MfG Philipp Graf

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  6. Chris H. says:

    idee nicht schlecht aber etwas zu wenig durchdacht:

    zwischen alberndorf und haugsdorf einen bahnknoten zu legen wäre genau das Gegenteil von dem was es bringen soll….die einbindung könnte dann ja nur am bhf guntersdorf erfolgen….diese strecke wird momentan aber sehr gut von öffentlichen Verkehrsmitteln (sprich Busse der ÖBB Postbus) abgedeckt….weiters müßte die strecke retz-laa zweigleisig ausgebaut werden was erstens ein enormer kostenaufwand wäre und zweitens das gesamte landschaftsbild des pulkautales zerstören würde….weiters müßte die gesamte strecke elektrifiziert werden…und nicht zu vergessen wäre dann die rentabilität des vorhabens….wieviele personen würden da tatsächlich fahren?

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    • Philipp Graf says:

      Lieber Chris H.,
      Grundsätzlich ist es mir gleich, wo der dritte Bahnknoten errichtet wird, er sollte jedoch mittig auf der Pulkautalbahn sein und es braucht viel Platz für das Bahnhfosgebiet, schließlich brauchen wir 4 Bahnsteige und Abstellanlagen für ca 8 Cityjet-Doppeltraktionen und ca 6 Trams. Die Einbindung in die Nordwestbahn soll von Alberndorf-Haugsdorf in Hetzmannsdorf-Wullersdorf erfolgen, in Kalladorf bleiben wir auf dem Weg dorthin auch noch stehen. Die Strecke von Retz soll ab Guntersdorf über Grund und Schöngrabern geführt werden – so der Plan. Leider ist die Abdeckung durch Busse aktuell suboptimal, mit neuem VOR-Fahrplan werden zudem weitere Verbindungen entgegen aller Vernunft gestrichen. Retz-Laa muss jedoch keinesfalls zweigleisig ausgebaut werden, da wir planmäßig nur in Alberndorf-Haugsdorf Zugkreuzungen haben werden.
      Schienen zerstören meiner Meinung nach keineswegs das Landschaftsbild des Pulkautals, vielmehr sind es von riesigen LKWs verstopfte Straßen wie die B303.
      Die Elektifizierung des Pulkautalbahn ist nicht zwingend notwenig. Verschiedene Hersteller haben schon sehr gute Batteriekonzepte für Trams entwickelt, mehr dazu lesen Sie in meiner Ausarbeitung. Umgesetzt werden soll das, was günstiger kommt. Eine Elektrifizierung käme lt. Vergleichsprojekten auf etwa 40 Mio., ein Klacks im Vergleich zu 86 Mrd. Bundesbudget.
      Zur Rentabilität: Es muss vor Planungsarbeiten ohnehin eine Studie durchgeführt werden. Und ja, wir werden, sollte das Projekt je Realität werden, massiv unterbesetzte Züge haben. Bis wir auch nur ansatzweise von Rentabilität sprechen können, werden Jahre vergehen. Es wird einen Sinneswandel in der Bevölkerung weg vom Auto hin zur Bahn brauchen, und viel Zuwanderung (die natürlich die im Pulkautal gelebten Werte, das Zusammenhalten und das hohe Sicherheitsgefühl nicht verändern darf).
      Vielen Dank für Ihren Input, mir ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung mir Anreize zur Verbesserung gibt, Entscheidungen, die im einsamen Kämmerlein getroffen werden sind schließlich selten die besten.
      MfG Philipp Graf

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  1. […] Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass das Konzept schon seit einigen Monaten auch im Weinviertler Ideenpool vertreten ist: http://weinviertler-ideenpool.at/bahnkonzept-fuer-das-pulkautal/ […]

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